Österreich · Country Lens

Österreich in Europas Sicherheitsarchitektur

Österreichische Sicherheit lässt sich nicht getrennt von europäischer Sicherheit denken.

CESR betrachtet Österreich als nationale Anwendungsebene innerhalb einer umfassenden europäischen Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur. Im Mittelpunkt stehen Österreichs Beitrag zur europäischen Sicherheitsfähigkeit, militärische und zivile Verteidigungsfähigkeit, Gesamtstaatliche Landesverteidigung, Preparedness, gesellschaftliche Resilienz und die strategische Orientierung österreichischer Sicherheitspolitik.

Warum Österreich?

Nationale Sicherheitsfähigkeit muss heute europäisch gedacht werden.

Militärische Bedrohungen, hybride Einflussnahme, Cyberangriffe, Infrastrukturabhängigkeiten und Versorgungskrisen machen nicht an Staatsgrenzen halt.

Österreich bleibt für Schutz, Vorsorge und die Funktionsfähigkeit seiner staatlichen Strukturen verantwortlich. Gleichzeitig hängt seine Sicherheit wesentlich von der Handlungsfähigkeit Europas, europäischen Partnern, gemeinsamen Fähigkeiten und funktionierenden internationalen Sicherheitsstrukturen ab.

CESR betrachtet österreichische Sicherheitspolitik deshalb nicht isoliert. Wir fragen, welchen Beitrag Österreich zu gemeinsamer europäischer Sicherheit leisten muss, welche nationalen Fähigkeiten dafür notwendig sind und wie militärische, zivile, wirtschaftliche und gesellschaftliche Sicherheitsvorsorge miteinander verbunden werden können.

Sechs Arbeitsbereiche

Welche Sicherheitsfragen Österreich strategisch beantworten muss.

CESR betrachtet österreichische Sicherheit entlang jener nationalen Fähigkeiten und Entscheidungen, die zugleich Teil europäischer Sicherheitsfähigkeit sind.

01

Österreichs Beitrag zu Europas Sicherheit

Welche Fähigkeiten, Ressourcen und politischen Beiträge kann und muss Österreich in eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur einbringen?

02

Bundesheer & Verteidigungsfähigkeit

Welche militärischen Fähigkeiten, personellen Ressourcen, Readiness und Interoperabilität braucht Österreich, um sich selbst verteidigen und verlässlich zu gemeinsamer europäischer Sicherheit beitragen zu können?

03

Gesamtstaatliche Landesverteidigung

Wie können militärische Verteidigung, zivile Vorsorge, wirtschaftliche Resilienz, staatliche Institutionen und gesellschaftliche Preparedness so zusammenspielen, dass Österreich auch in schweren Krisen und Konflikten handlungsfähig bleibt?

04

Preparedness & gesellschaftliche Resilienz

Wie gut sind Behörden, Gemeinden, kritische Infrastruktur, Unternehmen, Organisationen und Bevölkerung auf langanhaltende Störungen, hybride Bedrohungen und sicherheitspolitische Krisen vorbereitet?

05

Security Literacy & Sicherheitskultur

Wie werden Sicherheits- und Verteidigungsfragen in Österreich gesellschaftlich vermittelt? Welche Kenntnisse über Bedrohungen, europäische Sicherheit, Landesverteidigung und Preparedness sind vorhanden – und wo bestehen mögliche Vermittlungslücken?

06

Neutralität & strategische Orientierung

Welche sicherheitspolitischen Konsequenzen hat Österreichs Neutralität unter den Bedingungen einer veränderten europäischen Sicherheitsordnung? CESR untersucht ihre Auswirkungen auf Verteidigungsfähigkeit, europäische Solidarität und Österreichs strategische Handlungsoptionen.

Die CESR-Perspektive

Österreich kann seine Sicherheit nicht durch strategische Distanz zu Europas Sicherheitsordnung gewährleisten.

CESR tritt für eine stärkere österreichische Einbindung in die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik und für einen substanziellen österreichischen Beitrag zu gemeinsamer europäischer Sicherheitsfähigkeit ein.

Aus unserer Sicht ist die österreichische Neutralität unter den Bedingungen der heutigen europäischen Sicherheitsordnung sicherheitspolitisch nicht mehr tragfähig. Österreich sollte deshalb seine strategische Positionierung neu bewerten und sich vollständig in eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur integrieren.

Die Frage möglicher künftiger Sicherheitsarrangements sollte dabei offen und anhand ihrer tatsächlichen sicherheitspolitischen Wirkung geprüft werden. Entscheidend ist nicht die Bewahrung historischer Kategorien, sondern welche Strukturen Österreich und Europa wirksam schützen und gemeinsame Handlungsfähigkeit gewährleisten.

Gesamtstaatliche Sicherheitsfähigkeit

Verteidigung, Preparedness und gesellschaftliche Resilienz müssen zusammenwirken.

Militärische Verteidigungsfähigkeit bleibt unverzichtbar. Sie kann jedoch nicht allein gewährleisten, dass ein Staat und seine Gesellschaft auch während einer schweren Krise oder eines Konflikts funktionsfähig bleiben.

Österreich braucht deshalb belastbare staatliche Institutionen, funktionierende Sicherheitsbehörden, widerstandsfähige kritische Infrastruktur, Versorgungssicherheit, vorbereitete Gemeinden und Organisationen sowie eine Bevölkerung mit grundlegender Sicherheits- und Krisenkompetenz.

CESR verbindet diese nationalen Fragen mit dem europäischen ESDU-Modell. Österreichische Preparedness ist damit nicht nur nationale Vorsorge, sondern Teil der Resilienz und Handlungsfähigkeit Europas insgesamt.

Wie CESR daran arbeitet

Österreichische Sicherheitsfragen europäisch analysieren und gesellschaftlich vermitteln.

CESR verbindet Research und Policy-Arbeit mit Fachdialog, Security Literacy und der Entwicklung praktischer Preparedness-Ansätze.

Research & Policy

Austria in European Security

Analysen und Policy-Arbeit zu Österreichs Rolle in Europas Sicherheitsordnung, Verteidigungsfähigkeit, Neutralität, europäischen Verpflichtungen und möglichen strategischen Handlungsoptionen.

Security Literacy

Sicherheit & Landesverteidigung verstehen

CESR entwickelt verständliche Vermittlungsansätze zu europäischer Sicherheit, Bundesheer, Landesverteidigung, Preparedness sowie den Rollen staatlicher und gesellschaftlicher Akteure.

Dialog

Fachgespräche & Strategic Dialogues

CESR bringt Expertise aus Politik, Verwaltung, Sicherheitsinstitutionen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um österreichische Sicherheitsfragen im europäischen Kontext zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Preparedness

Praxis- und Pilotformate

Preparedness Labs und weitere künftig zu entwickelnde Formate sollen Schnittstellen zwischen Institutionen, Gemeinden, Organisationen und Gesellschaft sichtbar machen und konkrete Sicherheits- und Krisenfähigkeit erproben.