Defence Capability & Deterrence
Europa muss in der Lage sein, glaubwürdig abzuschrecken, sich zu verteidigen und im Krisen- oder Konfliktfall gemeinsam militärisch handlungsfähig zu sein.
CESR betrachtet Verteidigungsfähigkeit nicht als Summe nationaler Streitkräfte und Verteidigungsausgaben. Entscheidend ist, ob gemeinsame Bedrohungsanalyse, Planung, Fähigkeiten, Readiness, Command & Control, Interoperabilität und politische Entscheidungsfähigkeit zu einer tatsächlich einsetzbaren europäischen Verteidigungsfähigkeit verbunden werden.
Verteidigungsfähigkeit entsteht nicht allein durch höhere Verteidigungsausgaben.
Europa verfügt über erhebliche militärische, wirtschaftliche und technologische Ressourcen. Entscheidend ist, ob daraus rechtzeitig gemeinsame militärische Handlungsfähigkeit entsteht.
Zusätzliche Investitionen sind notwendig, lösen aber nicht automatisch Probleme bei Planung, Beschaffung, Interoperabilität, Personal, Bereitschaft oder Entscheidungsstrukturen. Nationale Fähigkeiten müssen so entwickelt werden, dass sie im europäischen und transatlantischen Rahmen zuverlässig zusammenwirken können.
Glaubwürdige Abschreckung setzt außerdem voraus, dass potenzielle Gegner davon ausgehen müssen, dass Europa nicht nur über Fähigkeiten verfügt, sondern politisch bereit und organisatorisch in der Lage ist, diese im Ernstfall einzusetzen.
Was aus nationalen Fähigkeiten europäische Verteidigungsfähigkeit macht.
CESR untersucht Verteidigungsfähigkeit als System – von gemeinsamer Bedrohungsanalyse und Planung bis zu Einsatzbereitschaft, industriellen Kapazitäten und Abschreckung.
Threat Assessment & Defence Planning
Welche Bedrohungen muss Europa gemeinsam bewerten und welche Fähigkeiten ergeben sich daraus? Gemeinsame Verteidigungsfähigkeit beginnt mit einem ausreichend gemeinsamen strategischen Lagebild und darauf abgestimmter Planung.
Readiness, Personnel & Force Generation
Vorhandene Streitkräfte sind nur dann sicherheitspolitisch relevant, wenn Personal, Ausbildung, Material, Logistik und Bereitschaft eine tatsächliche Einsatzfähigkeit ermöglichen. CESR betrachtet deshalb auch Personalmodelle, Mobilisierung und Force Generation.
Capabilities, Procurement & Defence Industry
Wo bestehen europäische Fähigkeitslücken? Wie können gemeinsame Beschaffung, Standardisierung, industrielle Kapazitäten und langfristige Finanzierung dazu beitragen, Fragmentierung zu reduzieren und relevante Fähigkeiten schneller verfügbar zu machen?
Command, Control & Interoperability
Gemeinsame Fähigkeiten müssen auch gemeinsam geplant, geführt und eingesetzt werden können. Dafür braucht Europa funktionierende Command-&-Control-Strukturen, technische und operative Interoperabilität sowie eingeübte Zusammenarbeit.
Military Mobility & Collective Defence
Militärische Kräfte müssen im Bedarfsfall schnell dorthin verlegt werden können, wo sie benötigt werden. Infrastruktur, Logistik, rechtliche Verfahren und grenzüberschreitende Mobilität sind deshalb selbst Bestandteile glaubwürdiger Verteidigungsfähigkeit.
Deterrence & Strategic Credibility
Abschreckung entsteht aus Fähigkeiten, Bereitschaft und glaubwürdiger politischer Entschlossenheit. Dazu gehören konventionelle Verteidigungsfähigkeit, relevante Fragen strategischer Abschreckung und die Einbettung Europas in die transatlantische Sicherheitsarchitektur.
Mehr europäische Verteidigungsfähigkeit bedeutet nicht weniger NATO.
CESR versteht eine stärkere europäische Verteidigungsfähigkeit als Voraussetzung dafür, dass Europa mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen und zugleich ein leistungsfähigerer transatlantischer Partner sein kann.
Eine European Security and Defence Union soll bestehende funktionierende Strukturen nicht aus Prinzip duplizieren. Wo NATO-Strukturen, nationale Fähigkeiten oder bestehende europäische Instrumente leistungsfähig sind, sollen sie genutzt und miteinander verbunden werden.
Entscheidend ist, jene Lücken zu schließen, die verhindern, dass Europa bei Bedarf eigenständig oder gemeinsam mit seinen Verbündeten ausreichend schnell entscheiden, planen und handeln kann.
Eine europäische Verteidigungsunion ersetzt nationale Beiträge nicht – sie macht sie gemeinsam wirksam.
Streitkräfte, Personal und wesentliche militärische Fähigkeiten bleiben auf absehbare Zeit stark auf Ebene der Mitgliedstaaten organisiert. Die zentrale Frage ist deshalb, wie nationale Beiträge zu belastbarer gemeinsamer Verteidigungsfähigkeit verbunden werden.
Dazu gehören gemeinsame Anforderungen und Planungen, kompatible Fähigkeiten, ausreichende Readiness, funktionierende Kommandostrukturen und die Fähigkeit, personelle und materielle Ressourcen im Bedarfsfall tatsächlich bereitzustellen.
Auch kleinere und mittlere Staaten tragen dabei Verantwortung. Nicht jeder Staat muss jede Fähigkeit selbst vorhalten – aber jeder Staat muss einen verlässlichen und strategisch sinnvollen Beitrag zur gemeinsamen Sicherheit leisten.
Sechs Elemente gemeinsamer Verteidigungsfähigkeit.
Für CESR ist entscheidend, ob aus bestehenden Initiativen schrittweise eine kohärente europäische Verteidigungsarchitektur entsteht.
Gemeinsame Bedrohungsanalyse
Europäische Planung braucht ein ausreichend gemeinsames Verständnis darüber, welche Bedrohungen priorisiert und welche Szenarien vorbereitet werden müssen.
Gemeinsame Planung
Politische Ziele müssen in abgestimmte militärische Anforderungen, Fähigkeitsziele, Bereitschaft und realistische Einsatzplanung übersetzt werden.
Command & Control
Europa braucht Strukturen und Verfahren, über die gemeinsame Kräfte und Fähigkeiten im Bedarfsfall tatsächlich geführt und koordiniert werden können.
Capabilities & Interoperability
Fähigkeitslücken müssen systematisch geschlossen und nationale Systeme so entwickelt werden, dass sie technisch und operativ miteinander funktionieren.
Procurement, Industry & Financing
Gemeinsame Nachfrage, industrielle Kapazitäten und langfristig tragfähige Finanzierung entscheiden darüber, ob Europa benötigte Fähigkeiten rechtzeitig und in ausreichender Menge bereitstellen kann.
Decision-Making & Solidarity
Auch die besten militärischen Fähigkeiten bleiben begrenzt, wenn politische Entscheidungen zu spät getroffen werden. Gemeinsame Sicherheit erfordert verlässliche Solidarität und ausreichend handlungsfähige Entscheidungsmechanismen.
Bestehende Strukturen analysieren. Lücken identifizieren. Entwicklungspfade aufzeigen.
Defence Capability & Deterrence bildet eine der drei Dimensionen des ESDU Programme und wird mit europäischer Research-, Policy- und Dialogarbeit verbunden.
ESDU Basispapier
Das Basispapier entwickelt das Zielmodell einer European Security and Defence Union und beschreibt, welche militärischen, politischen und institutionellen Elemente gemeinsame Verteidigungsfähigkeit benötigt.
ESDU Gap Analysis
Die Gap Analysis untersucht systematisch, welche Bausteine europäischer Verteidigungsfähigkeit bereits bestehen, wo sie fragmentiert bleiben und welche zentralen Fähigkeiten oder Mechanismen fehlen.
ESDU Roadmap
Die Roadmap ordnet bestehende Initiativen, laufende Entwicklungen und offene Schritte und entwickelt daraus einen realistischen Pfad von heutiger Kooperation zu stärker integrierter europäischer Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit.
Expert Roundtables & Strategic Dialogues
Fachgespräche verbinden Expertise aus Verteidigungspolitik, Streitkräften, europäischen Institutionen, Wissenschaft, Industrie und weiteren relevanten Bereichen und vertiefen konkrete Fragen der europäischen Verteidigungsfähigkeit.