ESDU · Dimension II

Societal Security, Resilience & Preparedness

Europäische Sicherheit hängt auch davon ab, ob zivile Institutionen, kritische Infrastruktur und Gesellschaft unter Druck funktions- und handlungsfähig bleiben.

CESR beschäftigt sich mit den zivilen und gesellschaftlichen Voraussetzungen europäischer Sicherheitsfähigkeit: von resilienten Sicherheitsinstitutionen und kritischer Infrastruktur über Krisenvorsorge und Preparedness bis zu Gemeinden, Organisationen und Bürger:innen, die auch in Krisen handlungsfähig bleiben.

Warum dieses Thema?

Verteidigungsfähigkeit endet nicht bei Streitkräften.

Auch eine militärisch verteidigungsfähige Gesellschaft bleibt verwundbar, wenn staatliche Institutionen ausfallen, Energie- oder Kommunikationssysteme zusammenbrechen, Versorgungsketten reißen oder Bevölkerung und Organisationen unvorbereitet sind.

Moderne Krisen und Konflikte betreffen militärische und zivile Systeme gleichzeitig. Sicherheitsbehörden müssen handlungsfähig bleiben, kritische Dienstleistungen müssen funktionieren, Verantwortlichkeiten und Krisenprozesse müssen vorbereitet sein und Gesellschaften müssen wissen, wie sie mit Störungen, Unsicherheit und Belastung umgehen können.

Societal Security, Resilience & Preparedness ist deshalb kein Ergänzungsthema zur Verteidigungspolitik, sondern ein integraler Bestandteil europäischer Sicherheitsfähigkeit.

Sechs Arbeitsbereiche

Was gesellschaftliche Sicherheitsfähigkeit konkret umfasst.

CESR betrachtet Resilienz und Preparedness systemisch – von staatlichen Sicherheitsinstitutionen bis zur lokalen und individuellen Ebene.

01

Internal Security & Security Institutions

Wie bleiben Polizei, zivile Sicherheitsbehörden und andere Sicherheitsorganisationen auch in komplexen Krisen handlungsfähig? Dazu gehören organisationsübergreifende Zusammenarbeit, klare Schnittstellen und Civil-Military Cooperation.

02

Institutional Resilience

Wie widerstandsfähig sind Institutionen selbst? Führung, Personal, Prozesse, Ressourcen, Digitalisierung, Cyberresilienz und Continuity Planning entscheiden darüber, ob Organisationen ihre Aufgaben auch unter außergewöhnlichem Druck erfüllen können.

03

Critical Infrastructure & Essential Services

Energie, Kommunikation, Gesundheit, Verkehr, Logistik und Versorgung bilden die Grundlage gesellschaftlicher Funktionsfähigkeit. CESR betrachtet ihre Abhängigkeiten, Verwundbarkeiten und Rolle in einer umfassenden europäischen Sicherheitsarchitektur.

04

Civil Preparedness & Crisis Management

Vorsorge, Krisenplanung, Übungen, Zivil- und Bevölkerungsschutz sowie Recovery müssen vor einer Krise vorbereitet und zwischen zuständigen Akteuren abgestimmt werden.

05

Societal Preparedness

Gesellschaftliche Preparedness umfasst Sicherheitskompetenz, Eigenvorsorge, Verantwortungsbereitschaft und die Fähigkeit von Bürger:innen und zivilgesellschaftlichen Strukturen, in Krisen angemessen zu handeln und zur gemeinsamen Sicherheit beizutragen.

06

Local & Community Resilience

Viele Krisen werden dort konkret, wo Menschen leben und arbeiten. Gemeinden, lokale Netzwerke, Schulen, Unternehmen und soziale Einrichtungen sind deshalb entscheidende Ebenen für Vorbereitung, Krisenkommunikation und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit.

Die CESR-Perspektive

Resilienz ersetzt Verteidigung nicht – und Verteidigung ersetzt Resilienz nicht.

Europäische Sicherheit braucht glaubwürdige militärische Verteidigungsfähigkeit und gleichzeitig Institutionen und Gesellschaften, die Krisen, Konflikten und hybriden Bedrohungen standhalten können.

CESR verbindet deshalb Sicherheitsinstitutionen, kritische Infrastruktur, Preparedness, lokale Resilienz und gesellschaftliche Sicherheitskompetenz mit der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Entscheidend ist nicht nur, ob einzelne Akteure vorbereitet sind, sondern ob ihre Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen im Krisenfall tatsächlich zusammen funktionieren.

Whole-of-Society

Sicherheit ist staatliche Verantwortung – aber keine rein staatliche Aufgabe.

Staat und Sicherheitsinstitutionen tragen die zentrale Schutz-, Vorsorge- und Führungsverantwortung. Gesellschaftliche Resilienz entsteht jedoch nur, wenn weitere Akteure ihre jeweiligen Rollen kennen und wahrnehmen können.

Unternehmen betreiben kritische Infrastruktur und Versorgungssysteme. Gemeinden koordinieren zentrale Leistungen vor Ort. Schulen und Bildungseinrichtungen vermitteln Wissen und Orientierung. Zivilgesellschaft schafft Netzwerke und erreicht gesellschaftliche Gruppen. Bürger:innen treffen im Alltag Entscheidungen, die Vorsorge und Krisenfähigkeit beeinflussen.

Whole-of-Society bedeutet deshalb nicht, staatliche Verantwortung auf Bürger:innen abzuwälzen. Es bedeutet, unterschiedliche Verantwortlichkeiten sinnvoll miteinander zu verbinden.

Wie CESR daran arbeitet

Analysieren, vernetzen, erproben und Preparedness aufbauen.

CESR entwickelt diesen Arbeitsbereich schrittweise. Einige Formate starten bereits mit Research und Security Literacy, andere werden zunächst konzeptionell und gemeinsam mit Partnern aufgebaut.

Im Aufbau

Security Literacy

CESR analysiert bestehende Angebote, Akteure und Vermittlungslücken und entwickelt darauf aufbauend Materialien, Pilotformate und Capacity-Building-Angebote zu Sicherheit, Preparedness und gesellschaftlicher Verantwortung.

In Entwicklung

Preparedness Lab

Ein sektorübergreifendes Format, in dem Szenarien, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen gemeinsam analysiert und praktisch erprobt werden. Konzept und Partnernetzwerk werden schrittweise aufgebaut.

Konzeptentwicklung

Institutional Resilience

CESR entwickelt Ansätze zur Untersuchung institutioneller Krisenfähigkeit, organisationaler Verwundbarkeiten und der Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsinstitutionen, Verwaltung und weiteren relevanten Akteuren.

Perspektivisches Flagship-Projekt

Resiliente Gemeinde

Ein praxisorientierter Ansatz für lokale Preparedness und Resilienz, der Gemeinden, Organisationen und relevante Akteure zusammenbringt. Umsetzung und Skalierung setzen geeignete Partner und Finanzierung voraus.