Eine echte europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion.
Europa braucht die Fähigkeit, seine Sicherheit gemeinsam zu analysieren, zu planen, zu entscheiden und zu gewährleisten.
Für CESR ist die European Security and Defence Union – ESDU – der strategische Rahmen für ein handlungsfähiges Europa. Sie verbindet militärische Verteidigungsfähigkeit mit gesellschaftlicher Resilienz, ziviler Preparedness und dem Schutz demokratischer Entscheidungsfähigkeit.
Europäische Sicherheit braucht mehr als nationale Fähigkeiten und zwischenstaatliche Koordination.
Europa verfügt über erhebliche militärische, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ressourcen. Entscheidend ist, daraus gemeinsame strategische Handlungsfähigkeit zu machen.
Grenzüberschreitende Bedrohungen lassen sich nicht wirksam mit 27 weitgehend getrennten Sicherheitslogiken beantworten. Europa braucht gemeinsame Bedrohungsanalyse und Planung, interoperable Fähigkeiten, belastbare Kommandostrukturen, ausreichende Finanzierung und politische Entscheidungsfähigkeit. Gleichzeitig müssen zivile Institutionen, kritische Infrastruktur und Gesellschaften auch unter Druck funktionsfähig bleiben.
Eine ESDU ist deshalb für CESR weder nur ein Verteidigungsprojekt noch ein anderes Wort für eine „EU-Armee“. Sie beschreibt eine umfassende europäische Sicherheitsarchitektur, in der militärische, zivile, gesellschaftliche und demokratische Sicherheitsfähigkeit zusammenwirken.
Verteidigungsfähigkeit, gesellschaftliche Resilienz und demokratische Handlungsfähigkeit gehören zusammen.
Das CESR-Modell einer ESDU umfasst drei miteinander verbundene Dimensionen europäischer Sicherheitsfähigkeit.
Defence Capability & Deterrence
Europa muss glaubwürdig abschrecken, seine Mitgliedstaaten verteidigen und im Krisenfall militärisch gemeinsam handeln können. Dazu gehören Fähigkeiten, Readiness, Interoperabilität, militärische Mobilität, Command & Control sowie eine leistungsfähige europäische Verteidigungsbasis.
Societal Security, Resilience & Preparedness
Zivile Institutionen, Sicherheitsbehörden, kritische Infrastruktur, Gemeinden, Unternehmen und Gesellschaft müssen Krisen und Konflikten standhalten und grundlegende Funktionen aufrechterhalten können.
Democratic Resilience & Hybrid Threats
Demokratische Entscheidungsfähigkeit muss gegenüber FIMI, Einflussoperationen, hybrider Sabotage, Cyberangriffen, strategischer Korruption, Propaganda und Polarisierung geschützt werden.
Was eine echte European Security and Defence Union braucht.
Europa verfügt bereits über zahlreiche Instrumente und Formen der Zusammenarbeit. Eine Union entsteht jedoch erst dort, wo daraus dauerhaft gemeinsame Strukturen und Fähigkeiten werden.
Gemeinsame Bedrohungsanalyse
Europa braucht ein gemeinsames Verständnis seiner sicherheitspolitischen Lage und der Bedrohungen, auf die Fähigkeiten, Ressourcen und Vorsorge ausgerichtet werden müssen.
Gemeinsame Planung & Readiness
Bedrohungsanalyse muss in verbindliche Planung übersetzt werden. Entscheidend ist nicht nur, welche Fähigkeiten nominell vorhanden sind, sondern ob sie im Krisenfall tatsächlich verfügbar und einsatzbereit sind.
Command & Control
Gemeinsame Sicherheit braucht belastbare Führungs-, Koordinations- und Kommandostrukturen, die auch unter Zeitdruck handlungsfähig bleiben.
Fähigkeiten & Interoperabilität
Capability Gaps müssen europäisch identifiziert und geschlossen werden. Streitkräfte und andere Sicherheitsakteure müssen technisch, organisatorisch und operativ zusammenarbeiten können.
Beschaffung, Industrie & Finanzierung
Gemeinsame Planung braucht eine industrielle und finanzielle Grundlage. Beschaffung, Produktion, Versorgungssicherheit und Finanzierung müssen stärker an europäischen Sicherheitsanforderungen ausgerichtet werden.
Entscheidungsfähigkeit & Solidarität
Eine Sicherheitsunion muss auch politisch handeln können. CESR untersucht deshalb, welche europäischen Entscheidungs- und Solidaritätsmechanismen notwendig sind, damit gemeinsame Fähigkeiten im Ernstfall tatsächlich eingesetzt werden können.
Mehr europäische Handlungsfähigkeit – nicht weniger transatlantische Sicherheit.
Europa muss wesentlich mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen. Eine stärkere europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion soll die transatlantische Verbindung nicht ersetzen, sondern Europas Fähigkeit stärken, innerhalb und außerhalb dieser Partnerschaft handlungsfähig zu sein.
Für CESR muss die ESDU deshalb NATO-kompatibel gedacht werden. Gleichzeitig reicht militärische Integration allein nicht aus. Glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit braucht resiliente staatliche und zivile Institutionen, widerstandsfähige Infrastruktur, gesellschaftliche Preparedness und demokratische Systeme, die auch unter Druck entscheiden und handeln können.
Viele Bausteine existieren bereits. Eine vollständige Union noch nicht.
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht, ob Europa bei null beginnt, sondern welche Strukturen bereits vorhanden sind, welche weiterentwickelt werden und welche entscheidenden Lücken noch bestehen.
CESR betrachtet bestehende EU-Instrumente, nationale Fähigkeiten, NATO-Strukturen und neue europäische Initiativen nicht isoliert. Wir untersuchen, wie sie zusammenspielen, wo Fragmentierung bestehen bleibt und welche nächsten Schritte notwendig sind, um aus zahlreichen Einzelinstrumenten eine belastbare europäische Sicherheitsarchitektur zu entwickeln.
Vom Zielbild zur europäischen Roadmap.
Das ESDU Programme ist das zentrale strategische Aufbauprogramm von CESR. Es entwickelt das Zielmodell, untersucht bestehende Strukturen und macht Fortschritte und verbleibende Lücken sichtbar.
ESDU Basispapier
Das Basispapier beschreibt das CESR-Zielmodell einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion und die zentralen Funktionsprinzipien einer integrierten europäischen Sicherheitsarchitektur. Einzelne institutionelle und rechtliche Ausgestaltungsfragen werden im weiteren Entwicklungsprozess vertieft.
Was existiert – was fehlt?
Systematische Gegenüberstellung bestehender europäischer Strukturen und jener Fähigkeiten, Verfahren und institutionellen Bausteine, die für eine tatsächliche Sicherheits- und Verteidigungsunion noch fehlen.
Vom heutigen System zum Zielmodell
Eine strukturierte Roadmap ordnet zentrale ESDU-Bausteine danach ein, was bereits erreicht, in Umsetzung, geplant oder noch offen ist und welche nächsten Schritte erforderlich sind.
State of the ESDU
Ein schrittweise aufzubauendes CESR-Produkt zur regelmäßigen Einordnung des Entwicklungsstands europäischer Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit.