Strategischer Querschnitt

Security Literacy & Public Engagement

Europäische Sicherheitsfähigkeit braucht Menschen, die Sicherheitsfragen verstehen, Risiken einordnen und ihre eigene Rolle in einer resilienten Gesellschaft kennen.

CESR stärkt gesellschaftliche Sicherheitskompetenz und schafft Zugänge zu Themen, die häufig als technisch, militärisch oder institutionell wahrgenommen werden. Dazu gehören europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, EU und NATO, hybride Bedrohungen, Preparedness, Krisenkommunikation und gesellschaftliche Verantwortung.

Warum dieses Thema?

Sicherheitspolitik ist langfristig nur tragfähig, wenn sie gesellschaftlich verstanden wird.

Politische Entscheidungen über Sicherheit und Verteidigung betreffen nicht nur Regierungen, Streitkräfte und Sicherheitsinstitutionen. Sie setzen gesellschaftliches Verständnis, Vertrauen und die Bereitschaft voraus, Verantwortung für gemeinsame Sicherheit mitzutragen.

Gleichzeitig sind viele sicherheitspolitische Fragen komplex und für Menschen im Alltag schwer zugänglich. Begriffe, Institutionen und Zuständigkeiten bleiben oft abstrakt. Krisenvorsorge wird häufig erst dann relevant, wenn eine konkrete Krise bereits eingetreten ist. Hybride Einflussnahme wiederum kann Unsicherheit und bestehende Wissenslücken gezielt ausnutzen.

Security Literacy bedeutet deshalb mehr als Informationskompetenz. Sie umfasst das Verständnis sicherheitspolitischer Zusammenhänge, institutioneller Rollen, realistischer Risiken, gesellschaftlicher Preparedness und konkreter Möglichkeiten, zur eigenen und gemeinsamen Handlungsfähigkeit beizutragen.

Zentrale Bereiche

Was gesellschaftliche Sicherheitskompetenz ausmacht.

CESR verbindet sicherheitspolitisches Verständnis mit Informationskompetenz, Preparedness und gesellschaftlicher Beteiligung.

01

Europäische Sicherheit verstehen

Welche Aufgaben haben EU, NATO, Staaten und Sicherheitsinstitutionen? Welche Fähigkeiten braucht Europa und wie hängen nationale und europäische Sicherheit miteinander zusammen?

02

Risiken realistisch einordnen

Wie lassen sich militärische, hybride, gesellschaftliche und infrastrukturelle Risiken verstehen, ohne Bedrohungen zu verharmlosen oder unnötigen Alarmismus zu erzeugen?

03

Informationsintegrität & Urteilskraft

Wie können Menschen Quellen, Narrative und widersprüchliche Informationen bewerten und zwischen legitimer Kontroverse, Fehlinformation und strategischer Manipulation unterscheiden?

04

Preparedness & Krisenkompetenz

Was bedeutet sinnvolle Vorsorge? Welche Zuständigkeiten haben staatliche Stellen und welche vorbereitenden Maßnahmen können Haushalte, Organisationen und Gemeinschaften selbst treffen?

05

Krisenkommunikation

Wie können Risiken, Unsicherheit und notwendige Maßnahmen so kommuniziert werden, dass Menschen Orientierung erhalten, Vertrauen erhalten bleibt und verantwortliches Handeln möglich wird?

06

Shared Responsibility

Welche Verantwortung tragen Staat, Institutionen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Bürger:innen jeweils – und wie können diese unterschiedlichen Beiträge zu gemeinsamer Sicherheitsfähigkeit zusammenwirken?

Die CESR-Perspektive

Public Engagement ist Teil von Sicherheitspolitik – nicht nur Kommunikation darüber.

Ein handlungsfähiges Europa braucht nicht nur gute sicherheitspolitische Entscheidungen. Es braucht Gesellschaften, die verstehen, warum diese Entscheidungen notwendig sind, und wissen, welche Rolle sie selbst spielen können.

CESR betrachtet gesellschaftliche Vermittlung deshalb als Bestandteil europäischer Sicherheitsfähigkeit. Wir wollen Expertise nicht lediglich vereinfachen, sondern so übersetzen, dass Menschen Zusammenhänge verstehen, Positionen kritisch beurteilen und informierte Entscheidungen treffen können.

Dabei geht es weder um Militarisierung noch darum, staatliche Sicherheitsverantwortung auf Bürger:innen zu übertragen. Ziel ist eine Gesellschaft, die Risiken realistisch einschätzen kann, vorbereitet ist und bereit und fähig bleibt, im Rahmen unterschiedlicher Rollen Verantwortung zu übernehmen.

Unsere Zielgruppen

Sicherheitskompetenz muss unterschiedliche gesellschaftliche Ebenen erreichen.

Security Literacy richtet sich nicht nur an ein allgemeines Publikum. Unterschiedliche Zielgruppen brauchen unterschiedliche Zugänge, Inhalte und Formate.

CESR arbeitet unter anderem mit Bürger:innen, Lehrkräften und Bildungseinrichtungen, Gemeinden und Regionen, Zivilgesellschaft, Organisationen und Unternehmen sowie öffentlichen Institutionen. Auch Multiplikator:innen und Medien spielen eine wichtige Rolle dabei, komplexe Sicherheitsfragen verständlich und verantwortungsvoll zu vermitteln.

Unser Ansatz ist deshalb zielgruppenspezifisch, europäisch orientiert und praxisnah: nicht jede Person muss Sicherheitsexpert:in werden – aber möglichst viele Menschen sollten grundlegende Zusammenhänge verstehen und wissen, wie sie in ihrem jeweiligen Umfeld verantwortlich handeln können.

Wie CESR daran arbeitet

Verstehen, vermitteln und schrittweise Capacity Building aufbauen.

CESR entwickelt Security Literacy zunächst über Mapping, Research und niedrigschwellige Vermittlungsformate und baut darauf Pilotworkshops und größere Capacity-Building-Angebote auf.

Research & Mapping

Security-Literacy-Mapping

CESR untersucht bestehende Akteure, Angebote und Materialien und identifiziert mögliche Vermittlungslücken zwischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, politischer Bildung, Preparedness und gesellschaftlicher Praxis.

Public Engagement

CESR explains

Verständliche, evidenzbasierte Formate erklären Institutionen, Konzepte, Bedrohungen und aktuelle Entwicklungen und machen komplexe Sicherheitsfragen für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich.

Einordnung

Security Myth

Verbreitete sicherheitspolitische Behauptungen werden strukturiert anhand von Kontext und Evidenz geprüft und eingeordnet. Ziel ist bessere Orientierung statt vereinfachender Gegenbotschaften.

Im Aufbau

Pilotworkshops & Capacity Building

Auf Grundlage des Mappings entwickelt CESR zielgruppenspezifische Materialien und kleinere Pilotformate. Erfolgreiche Ansätze können anschließend gemeinsam mit Partnern zu größeren Capacity-Building-Programmen weiterentwickelt werden.